Fabian Salars Erbe - Toleranz und Zivilcourage

(Presse)

 

Hier findest du eingescannte Artikel zu Fabian Salar und zu unserem Verein, weiter unten gibt es dieselben noch in Textform.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BA-Veröffentlichungen zu Salar

26. Januar 2009
Fall Salar Saremi: Neuer Verein will gesellschaftliche Diskussion vorantreiben / Dialog mit Politik und Schule fördern

Geballtes Signal gegen Gewalt setzen

Bensheim. Über 70 Gäste kamen am Samstag zur Gründungsversammlung des Vereins „Salars Erbe“, der sich für mehr Toleranz und Zivilcourage stark machen will. Damit hat sich die Bürgerinitiative, die an den Tod des jungen Bensheimers erinnert, auf eine breitere gesellschaftliche und rechtlich stabile Basis gestellt. ?Zum Vorsitzenden wurde einstimmig der Vater des Opfers, Fabian Saremi, gewählt. Ziel des Vereins ist der gemeinsame Kampf für ein gewaltfreies Miteinander sowie die Erinnerung an die Umstände von Salars Tod: Durch seinen mutigen und selbstlosen Einsatz für andere hat er sein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt. ?Salar war Anhänger der Lehren Zarathustras und handelte entsprechend des Grundsatzes dieser alt-persischen Religion: Gute Gedanken, Gute Worte, Gute Taten. In diesem Sinne möchte der Verein in Zukunft mit einer Stimme sprechen und auf gesellschaftliche Gewalt hinweisen. ?Darüber hinaus sind Projekte geplant, die Vertreter aus Schule, Politik, Medien und Bürgerschaft zusammen bringen und die öffentliche Diskussion am Leben halten. Der Verein folgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen Zwecken und soll demnächst ins Vereinsregister der Stadt Bensheim eingetragen werden. ?„Ich bin überwältigt von der Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Leute“, erklärte Fabian Saremi nach der Gründung im Vereinsheim des FC Italia. Der Wahl-Bensheimer, der seit 30 Jahren hier lebt und arbeitet, möchte weder Rachegefühle ausleben noch in ein sinnloses Lamentieren über die sozialen Umstände verfallen. Vielmehr geht es ihm darum, aktiv für einen Wandel in der Gesellschaft einzutreten und dabei möglichst viele Akteure einzubinden. „Wir wollen Gerechtigkeit für die Opfer von Gewalt und Perspektiven für junge Menschen“, fasst Fabian Saremi die Ziele des Vereins zusammen. ?Zur zweiten Vorsitzenden wurden seine Tochter Salome Saremi und Boris Subotic gewählt. Schriftführerin ist Natascha Lulovic, Schatzmeister Daniela Creter. Als Beisitzer sind Schima Farahmand und Harry Hegenbarth im Vorstand aktiv. Pressebeauftragter ist Roman Vanderwall. ?Nach Präsentation der Satzung durch Rechtsanwalt Andree Scharnagl wurden die Formalitäten am Samstag relativ zügig abgehakt. Bei der Frage zum Mitgliedsbeitrag hat sich die Versammlung auf 50 Cent pro Monat festgesetzt, Schüler und Studenten sind davon ausgenommen. Nach dem ersten Vereinsjahr sollen die Beiträge mit der Einführung von aktiven und passiven Mitgliedschaften angepasst werden. ?Durch die Gemeinnützigkeit kann der Verein Spenden einnehmen, die unmittelbar in konkrete Projekte einfließen sollen: Angedacht sind öffentliche Aktionen, Freizeitangebote für Jugendliche, Gedenkveranstaltungen und Infoabende. Ein konstruktiver Meinungsaustausch soll die Gewalt-Problematik aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. ?Außerdem ist ein Mahnmal an der Ecke Bahnhof- und Promenadenstraße geplant, an der Salar Saremi im September brutal zusammen geschlagen wurde. „Die Gruppe will mutig sein und dazu beitragen, Bensheim wieder sicher machen“, sagt Salome Saremi. Das Gefühl der Ohnmacht nach dem Tod des Bruders habe sich durch die breite Solidarisierung aus der Bevölkerung etwas gelegt. Der Verein wolle und könne nicht die Welt verändern, aber mit Ausdauer und Engagement zum Nachdenken anregen. Etliche Gäste der Gründungsversammlung kritisierten, dass es in der Stadt mittlerweile sehr unsicher geworden sei. „Nachts ist es gefährlicher als in Frankfurt“, so eine junge Bensheimerin. „Viele schauen weg. “?Jetzt will der Verein möglichst zügig Fahrt aufnehmen und bekannt werden. In diversen Arbeitsgruppen sollen unterschiedliche Themen fokussiert und kommende Aktionen geplant werden. Am 23. Juli ist eine Veranstaltung zum 30. Geburtstag von Salar Saremi auf dem Beauner Platz vorgesehen. ?Thomas Tritsch?Spendenkonto bei der Sparkasse Bensheim, BLZ 50950068, Kontonummer 2091387. Empfänger: Initiative für Fabian Salar Saremi. ?


Welle der Solidarität nach Salars Tod

In den frühen Morgenstunden des 28. September 2008 wird Salar Saremi nach einer Auseinandersetzung in einer?Diskothek am Beauner Platz?von vier Männern zusammen geschlagen. ?Kurz darauf wird das am Boden liegende Opfer?von einem Taxi überrollt?. Am?25. Oktober?stirbt Salar Saremi an den Folgen seiner Verletzungen. In der Disco war Salar einem Freund zur Seite gestanden. Seine Zivilcourage hat ihn letztlich das Leben gekostet. ?Die Tat stößt in Bensheim auf tiefe Betroffenheit und eine?Welle der Solidarität?. 350 Menschen nehmen an einer Schweigeminute teil. Am Tatort werden unzählige Abschiedsbriefe, Kränze und Blumen niedergelegt. ?In einer gemeinsamen Erklärung spricht sich die?Stadtverordnetenversammlung?gegen jede Art von Gewalt sowie für mehr Toleranz aus. ?Bei einer?Mahnwache?auf dem Beauner Platz erinnert ein Lichtermeer an den Tod von Salar Saremi. ?Die?Bürgerinitiative?„Fabian Salar Saremi“ setzt sich für ein gewaltfreies Miteinander ein – die Basis für den neu gegründeten Verein. ?Die?Staatsanwaltschaft?Darmstadt ermittelt gegen die Täter und den Taxifahrer. Eine Anklage steht noch aus. tr?


20. Januar 2009
Staatsanwalt: Gutachten steht aus / Ermittlungen gegen Taxifahrer

Noch keine Anklage im Fall Salar Saremi

Bensheim. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Darmstadt gegen drei Männer, die den 29 Jahre alten Bensheimer Salar Saremi in der Nacht zum 28. September 2008 brutal zusammengeschlagen und auf der Straße am Beauner Platz liegen gelassen haben sollen, sind noch nicht abgeschlossen. ?Es konnte demnach noch keine Anklage gegen das Trio erhoben werden. Vermutlich wird diese auf gefährliche Körperverletzung lauten. ?Grund für die Verzögerungen sind noch ausstehende Spuren-Gutachten des Landeskriminalamtes Wiesbaden. Das Opfer der Schlägerei war – wie mehrfach berichtet – in der Bahnhofstraße von einem rückwärts fahrenden Taxi überrollt worden. Der 29-Jährige verstarb an seinen schweren Verletzungen. ?Die Staatsanwaltschaft hat routinemäßig auch Ermittlungen gegen den Taxifahrer wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Spurensachverständige überprüfen derzeit, ob der tragische Unfall vermeidbar gewesen wäre und möglicherweise durch Unachtsamkeit geschah. ?Der Taxifahrer wird mittlerweile anwaltlich vertreten. Ob es nach Abschluss der Untersuchungen zu einer Anklage gegen ihn kommt, steht beim derzeitigen Ermittlungsstand nicht fest. ?Da die drei mutmaßlichen Schläger nach ihren Geständnissen und Angabe von festen Wohnsitzen auf freien Fuß gesetzt wurden, kann es nach Anklageerhebung eine längere Zeit bis zum Prozess dauern. Dieser wird voraussichtlich vor dem Amtsgericht Bensheim stattfinden. ?Der Tod des jungen Bensheimers hatte in der Stadt große Betroffenheit ausgelöst und eine Diskussion über Gewaltbereitschaft und Prävention entflammt. Freunde und Familie von Salar haben an der Stelle, wo das Unglück geschah, Kränze. Blumen, Kerzen und Bilder niedergelegt und an eine provisorisch errichtete Wand gehängt. ?Dorthin hatten sie auch zu einer Gedenkveranstaltung mit Schweigeminute eingeladen, an der mehrere hundert Menschen teilgenommen hatten. Im November kam es schließlich zu einer Lichterprozession durch die Innenstadt, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. „Wir dürfen niemals in Vergessenheit geraten lassen, wofür Salar gestorben ist“, sagten damals Angehörige und enge Freunde. ?Die Bürgerinitiative „Fabian Salar Saremi“, die sich für ein gewaltfreies Leben einsetzen möchte, stellt sich nun auf eine breitere Basis. Am Samstag (24. ) soll ab 19 Uhr im Vereinsheim des FC Italia am Meerbachsportplatz ein Verein („Zivilcourage“) gegründet werden. ?Interessierte sind eingeladen, daran teilzunehmen und sich einzubringen. ?gs/red?


24. November 2008
Mahnwache: Am Beauner Platz erinnerten gestern Abend Hunderte von Menschen an den getöteten Salar Saremi

Hunderte Lichter leuchten gegen Gewalt

Bensheim. Ein kleines Licht genügt, um den Funken der Hoffnung am Leben zu erhalten. Auf dem Beauner Platz leuchteten gestern Abend Hunderte von Lichtern als Symbole für Frieden, Toleranz und Zeichen gegen Gewalt. Unter dem Leitwort „Ein Licht für Salar“ hatten sich mehrere hundert Menschen in der Innenstadt versammelt. ?Freunde und Familie des getöteten Salar Saremi hatten zu dieser großartigen Aktion eingeladen. Mit Kerzen hatten sie – nur wenige Meter von dem Ort entfernt, wo der 29-Jährige nach einer Schlägerei hilflos am Boden gelgen hatte und von einem Taxi überrollt worden war – seinen Vornamen gebildet. Für viele ein bewegender Moment, sodass nicht nur der eisige Wind und heftiges Schneetreiben für so manche Träne verantwortlich waren. ?„Wir wollen ein Zeichen gegen Gewalt und für mehr Zivilcourage setzen“, sagte Fabian Saremi, der Vater von Salar. Man dürfe nicht länger die Augen verschließen, wenn jemand in Not gerät. „Wir werden Gewalt nicht länger dulden. “?Er und die Initiative, die den Namen seines Sohnes trägt, wollten am Beauner Platz ein Denk- und Mahnmal setzen als Ausdruck der Nächstenliebe und in Erinnerung an Salar. ?Emotionale Ansprache?Eine emotionale Ansprache hielt auch dessen Schwester Salome. „Solange ich lebe, wird in Bensheim immer ein Licht für Salar brennen“, sagte sie. Und weiter: „Ich stehe heute hier, weil ich immer noch viele Fragen habe. Und weil ich jeden Tag in die traurigen Augen meines Vaters blicken muss. “?Sie forderte die Menschenmenge auf, mit ihren Kerzen durch die Innenstadt zu ziehen, „um ein Licht in die Stadt zu bringen. Damit es nie wieder so dunkel wird wie in der Nacht des 28. Septembers“. An jenem Sonntagmorgen kam es an der Ecke Promenadenstraße/Bahnhofstraße zur verhängnisvollen Auseinandersetzung. Der genaue Tathergang ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen und richten sich gegen vier Männer im Alter von 18 bis 41 Jahren. ?Die Mahnwache und die Lichterprozession litten zwar unter dem schlechten Winterwetter, dennoch waren die Organisatoren zufrieden. „Wir hatten es uns eigentlich nicht so vorgestellt, aber machen das Beste aus der Situation“, erklärte Salome Saremi. ?Dem Zug durch die Fußgängerzone schlossen sich unterwegs immer mehr Menschen an, sodass aus den anfänglich 200 mehrere hundert Teilnehmer wurden. Nicht nur in der Region wird indes Anteil am Schicksal des Bensheimers genommen. Salar Saremi war Anhänger der Lehren Zarathustras und handelte entsprechend des Grundsatzes dieser alt-persischen Religion: „Gute Gedanken, Gute Worte, Gutes Tun“. Sein Tod hat Gläubige dieser Religionsgemeinschaft auf der ganzen Welt bewegt, wie seine Familie mitteilt. ?Eine im Aufbau befindliche Homepage (www. fabiansalarsaremi. de) wurde kurze Zeit, nachdem sie online ging, bereits mehrere tausend Mal aufgerufen. ?dr?


21. November 2008
Aktion: Familie und Freunde setzen ein Zeichen gegen Gewalt

Am Sonntag „Ein Licht für Salar“

Bensheim. „Ein Licht für Salar“ wird am Sonntag (23. ) auf dem Beauner Platz in Bensheim leuchten. Ab 18. 30 Uhr wird der Name des getöteten Salar Saremi mit Kerzen gebildet – als weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt und als Erinnerung an den mutigen 29-Jährigen, der für seine Überzeugung eintrat und dafür sein Leben ließ. ?„Es zählt deine Stimme, deine Tat, dein Licht! Bewege was – es liegt an uns zu handeln“, erklären die Initiatoren. Freunde und die Familie des jungen Bensheimers haben sich zusammengeschlossen, um in einer Bürgerinitiative den friedlichen Kampf gegen Gewalt in Bensheim aufzunehmen. ?Am Beauner Platz sollen die Teilnehmer an der Aktion eine Kerze nehmen und diese bei einer Prozession durch die Stadt tragen. Ziel der mobilen Lichterkette wird wieder der Beauner Platz sein, jener Ort, an dem es Ende September zur verhängnisvollen Schlägerei kam, die dazu führte, dass Salar von einem Taxi überrollt wurde. Am 25. Oktober, nach vier Wochen auf der Intensivstation, erlag Salar Saremi seinen schweren Verletzungen (wir haben mehrfach berichtet). ?Wer sich am Sonntag in die Lichterkette einreihen möchte, ist dazu eingeladen. ?dr?


BAnane, 19. November 2008
Musikfestival: „Rap’N’Peace“ setzt ein Zeichen gegen Gewalt / Familie eines verstorbenen Jugendlichen auf der Bühne

Gewalt wird nie toleriert

Bensheim. Freitagabend in der Bensheimer Weststadthalle: In der Mitte der Halle war eine große Bühne aufgebaut und viele Lichteffekte boten die Plattform für ein lang geplantes Projekt. Angesagte Rapper aus der Region, aber auch bekannte Größen der deutschen Rapper-Szene, waren an diesem Abend da. Schon seit einem Jahr plante Harry Hegenbarth mit seinem Team an dem Event „Rap’N’Peace“, das mit Musik ein Zeichen gegen die hohe Gewaltbereitschaft in Bensheim setzen wollte. ?Nach dem Auftritt des Siegers des „Newcomaz“-Wettbewerbs, „Masta F. “, folgte ein sehr ergreifender Auftritt der Familie und Freunde eines jungen Mannes, der vor kurzem als Unbeteiligter in eine Schlägerei vor einer Bensheimer Disko geriet und daraufhin starb. Der Rede seiner Schwester schloss sich der Rapsong „Fabian Salar Saremi RIP“, den der Rapper El’Tone dem Verstorbenen gewidmet hat, an. Familie und Freunde trugen bei ihrem Betreten der Bühne Kerzen und ein großes Bild von Salar mit sich. Unter den Jugendlichen herrschte stille Anteilnahme und gemeinsam hoben alle in Gedenken an den Verstprbenen ihre Fäuste. ?Während des Events wurde deutlich, dass die Rapper Gewalttaten nicht tolerieren, das machten „Azad“ und „Jonesmann“ in ihren Ansprachen deutlich. „Azad“, dessen Frontmann kurdischer Abstammung ist, spricht mit seinen Texten viele Probleme an, die Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland betreffen. Dass er auch für viele Bensheimer Jugendliche ein Vorbild ist, wurde am Freitag durch die absolut begeisterten Fans deutlich, von denen viele seine gerappten Texte mitsprechen konnten und die ihn auch nach einer Stunde noch nicht gehen lassen wollten. Als es während seiner Performance zu einem Handgemenge vor der Bühne kam, unterbrach er seinen Song, um sich direkt an die Unruhestifter zu wenden. Ernst forderte er sie auf, von ihrer Haltung zu Gewalt zu lassen und ihre Eltern stolz zu machen. Seine spontane Ansprache begeisterte die Fans und unter großem Jubel setze er seinen Auftritt fort. Während des kompletten Abends kam es zu keiner weiteren Auseinandersetzung dieser Art. Leider war die gewünschte Anzahl an jungen Menschen an diesem Abend ausgeblieben. „Dass wir mit einem Minus, aus der Sache rausgehen könnten, war uns vorher bewusst,“ erklärt Harry Hegenbath nach der Veranstaltung, „aber es war uns viel wichtiger, ein Zeichen zu setzen!“?Maren Karas?


17. November 2008
Weststadthalle: Beim „Rap N Peace“-Festival bleibt es friedlich / 550 Zuschauer beim Festival mit lokalen Bands und bekannten Stars

Rapper Azad hat seine Fans im Griff

Bensheim. „Wir beobachten schon seit einiger Zeit, dass die Gewaltbereitschaft mächtig zunimmt – vor allem auch die Intensität der Gewalt“, so Harry Hegenbarth, Veranstalter des „Rap N Peace“ Festivals am vergangenen Freitag gegenüber dem Bergsträßer Anzeiger. „Aus diesem Grund planen wir schon seit einem Jahr an der Umsetzung eines Events, das sich konkret gegen Gewalt ausspricht. “?Dass nicht nur in Großstädten, sondern auch in Bensheim die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen steigt, konnte man in der Vergangenheit nicht nur zu Zeiten des Winzerfestes feststellen. Die Bürger wurden in jüngster Vergangenheit auch mit der schlimmsten Folge der aktuellen Gewaltentwicklung konfrontiert: Ein junger Mann, der nach einem Diskobesuch schlichtend in eine Schlägerei eingreifen wollte, kam ums Leben. ?Gedenken an Salar Saremi?Sehr ergreifend war am Freitag der Auftritt der Familie und der engen Freunde des jungen Mannes während der „Rap N Peace“-Veranstaltung, die mit einer Rede und dem ihm gewidmeten Rap-Song „Fabian Salar Saremi RIP“ die Jugendlichen sehr bewegten. Leider waren nach Angaben der Veranstalter nur 550 Besucher in die Weststadthalle gekommen. ?Den musikalischen Auftakt in der Weststadthalle machte der Gewinner des „Newcomaz“-Wettbewerbs Masta F. , gefolgt vom Auftritt der „KönigsKlassenMusic“. Beide sind bereits bekannte Rapkünstler aus der Region. ?Danach betrat Jonesmann die Bühne, der bis 2008 bei Bozz-Music, dem von Azad gegründeten Label, unter Vertrag stand, und der seit Mai mit seinem zweiten Soloalbum durchstartet. Ihm folgte Azad, der Star des Abends. Die Musik des 34-jährigen Rappers aus Frankfurt, der 2001 sein erstes Soloalbum veröffentlichte, zeichnet besonders die harte Wortwahl und verblüffende Raptechnik aus. Der deutschlandweit bekannte Rapper, der 2007 eine goldene Schallplatte für seinen Song „Prison Break Anthem“ erhielt, hat auch viele Fans unter Bensheimer Jugendlichen, was schließlich der Anlass für Harry Hegenbarth und sein Team war, den Rapper zu dem Event einzuladen. Dass Azad Gewalt ablehnt, wurde während seines Auftritts deutlich, als er einen Song unterbrach, um ein Handgemenge unter seinen Fans zu schlichten. Er machte den Jugendlichen klar, dass er mit ihnen an diesem Abend Spaß haben wolle und nicht bereit sei, solches Verhalten zu dulden. „Macht eure Eltern stolz auf euch!“, lautete der Appell, den Azad glaubwürdig und authentisch vermittelte. ?Die Fans feierten ihren Star mit seinem aktuellen Hit „Ghettobass“ und ließen ihn erst nach einer Stunde Performance von der Bühne. Azad, dem sein Auftritt in Bensheim „sehr, sehr gefallen“ hatte, verabschiedete sich von seinem Publikum mit der Zugabe eines Songs, der nicht auf seinem Album veröffentlicht ist. ?Schimpf: Gelungene Veranstaltung?Die Veranstaltung verlief ruhig und in geregelten Bahnen, teilte Stadtrat Matthias Schimpf nach der Veranstaltung mit: „Meiner Meinung nach war das „Rap N Peace“- Event eine gelungene Veranstaltung, – auch wenn leider zu wenige Zuschauer gekommen sind. Die Idee, vielen jungen Leuten ein Event zu bieten, dass sich gegen Gewaltbereitschaft ausspricht, finde ich richtig gut. Harry Hegenbarth und sein Team hatten die volle Unterstützung der Stadt. “?Maren Karas?


8. November 2008
Gemeinsame Erklärung: Einstimmiger Beschluss der Stadtverordneten

„Gegen jegliche Form von Gewalt“

Bensheim. „Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bensheim spricht sich für mehr Toleranz sowie gegenseitigen Respekt und gegen jegliche Form von Gewalt aus. “ So lautet der erste Satz der gemeinsamen Erklärung, die die Stadtverordneten am späten Donnerstag einstimmig beschlossen haben. ?Unter dem Eindruck des sinnlosen Todes von Salar Saremi (wir haben berichtet) wollten die Politiker ein Zeichen setzen. Der 29-Jährige hatte eine Disco-Schlägerei schlichten wollen und war zusammengeschlagen worden. ?Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände wurde der junge Mann am Boden liegend von einem Taxi überrollt. An diesen Verletzungen war er gestorben. ?Salar Saremi rang einen Monat mit dem Tod. Am Freitag voriger Woche wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Waldfriedhof beerdigt. Tags darauf fand am Beauner Platz eine Schweigeminute für Salar und eine Demonstration für Mitmenschlichkeit, Toleranz und gegen Ausländerfeindlichkeit und Gewalt statt. ?„Die Stadtverordnetenversammlung unterstützt den vom Magistrat beschlossenen Weg, gemeinsam mit Fachleuten aus Schulen, Sozialarbeit, Verwaltung und Polizei, Maßnahmen auszuarbeiten, die zu einer erhöhten Sicherheit in Bensheim, insbesondere in der Stadtmitte, führen. Hierbei ist die Sicherheitskommission einzubinden“, heißt es im Text der Erklärung weiter. ?Zum Sicherheitskonzept gehört es unter anderem auch, den freiwilligen Polizeidienst wieder auf Soll-Stärke zu bringen. Durch den Ausfall eines freiwilligen Ordnungshüters war eine Stelle vakant geworden. Die Beamten der Bensheimer Polizeiwache wollen ihre Präsenz in der Innenstadt verstärken. ?Der Magistrat wird jetzt ein neues Sicherheitspaket packen. Der Bürgermeister und der Ordnungsdezernent Matthias Schimpf werden den Stadtverordneten und dem Ortsbeirat zur ersten Sitzungsrunde im neuen Jahr über die Ergebnisse berichten. Die gemeinsame Erklärung aller Fraktionen war per Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung gekommen. Ihr wurde ohne weitere Aussprache zugestimmt. Bj


?3. November 2008
?Schweigeminute: Rund 350 Menschen nehmen an einer Gedenkveranstaltung für Salar Saremi teil / Bewegende Momente

Letzter Kampf eines „persischen Löwen“

Bensheim. Ein Herz verziert das harte Pflaster, Rosenblätter füllen die Leere zwischen den Kreidestrichen, eine einsame Kerze brennt. Beinahe ein romantisches Bild, hätte sich vor fünf Wochen an dieser Stelle nicht eine Tragödie ereignet. Eine Tragödie, die eine Familie und einen großen Freundeskreis in ein tiefes Tal der Trauer gerissen – und in ihren Herzen eine große Leere hinterlassen hat, die nicht mit Rosenblättern und guten Worten zu füllen ist. ?„27 Tage gehofft und gebetet“?Am 25. Oktober starb Salar Saremi auf der Intensivstation des Klinikums Mannheim. Er erlag den schweren Verletzungen, die er sich 27 Tage zuvor an der Ecke Promenadenstraße/Bahnhofstraße zugezogen hat, als er von vier Männern zusammengeschlagen und anschließend von einem Taxi überrollt und mitgeschleift wurde. Er hatte sich eingemischt, als ein Freund in einer Disko in Not geriet und hat seine Zivilcourage letztlich mit dem Leben bezahlt. ?„27 Tage lang kämpfte er diesen ungleichen Kampf. 27 Tage hat dieser persische Löwe Widerstand geleistet. Er wollte nie aufgeben, er wollte wieder zurück“, sagte am Samstag ein Cousin des 29-jährigen Bensheimers. Er sprach bei einer Gedenkveranstaltung am Beauner Platz, an jenem Ort, wo es zur verhängnisvollen Auseinandersetzung kam. „Wir haben alle gehofft und gebetet“, so der junge Mann weiter. Doch es war vergeblich. Die Wunden waren zu tief. ?350 Menschen kamen zu einer Schweigeminute zusammen, um Salar zu ehren, seiner zu gedenken – und um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Es waren bewegende Momente, die zum Ausdruck brachten, wie sehr der Tod von Salar nicht nur die Familie erschüttert, sondern auch Bestürzung bei Menschen hervorgerufen hat, die ihn nicht oder nur flüchtig kannten. ?„Gute Gedanken, gute Taten, gute Worte, nach diesen Grundsätzen des Dichters Saadi hat Salar gelebt“, so sein Cousin. Er habe deshalb in jener Nacht nicht anders handeln können. Bürgermeister Thorsten Herrmann rief dazu auf, Gewaltbereitschaft zu bekämpfen und fried- sowie respektvoll miteinander umzugehen. „Wir müssen dafür kämpfen, dass es keinen weiteren Fall dieser Art geben kann. “?Von Trauer gezeichnet und dennoch mit fester Stimme trat auch Salars Vaters, Fabian Saremi, ans Mikrofon. „Ich stehe hier nicht, um zu klagen. Nicht über die Politik, nicht über die Polizei, nicht über Recht und Unrecht. Ich stehe hier auch nicht, um über die feigen Täter zu jammern. Ich stehe hier, weil wir nie wieder so etwas grausames zulassen dürfen. Wir dürfen nie wieder wegschauen. Unsere Stadt muss zusammenhalten. “ Fabian Saremi betonte, dass er gerne in Bensheim lebt und sich hier wohlfühlt. Gerade deshalb müsse die Gemeinschaft nun stark sein gegen solche Brutalität. ?Sichtlich ergriffen?Er forderte die Anwesenden auf, sich an den Händen zu halten und eine Minute in Stille zu verharren, um Salars zu ehren und ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen. Jeder kam der Aufforderung nach, viele sichtlich ergriffen von den Worten des Mannes, dessen tragischer Verlust nicht in Worte zu fassen ist. ?So kam es, dass am 1. November um 16. 19 Uhr rund 350 Personen am Beauner Platz eine Minute in stummer Einigkeit verbrachten und einem jungen Mann aus ihrer Mitte gedachten, der in unserer schnelllebigen Zeit hoffentlich nicht in Vergessenheit geraten wird. ?In den nächsten Tagen und Wochen dürfte diese Gefahr allerdings nicht bestehen. An der Stelle des schrecklichen Zwischenfalls steht mittlerweile eine Holzkonstruktion, an der unzählige Abschiedsbriefe, Bilder und Zeichnungen hängen. Gesäumt wird die kleine Fläche von Blumen, Kränzen und Kerzen, die seit dem Todestag brennen und ihre Leuchtkraft nicht zu verlieren scheinen. ?Ein Rap zum Abschied?Bewegend fiel auch der Abschied des Rappers El’tone aus. Der junge Bensheimer mit persischen Wurzeln, ein guter Freund von Salar, hat mit der gestalterischen Kraft seiner Trauer ein Lied erschaffen, das vor und nach der Schweigeminute zu hören war. ?Innerhalb weniger Minuten hat der Musiker seinen Song geschrieben – und seinem verstorbenen Freund ein musikalisches Denkmal gesetzt. Das Lied soll als Titeltrack einer CD erscheinen, auf der junge Künstler sich präsentieren und gleichzeitig für ein friedfertiges Miteinander eintreten. ?Mehr als eine halbe Stunde versammelten sich Trauernde am Beauner Platz. Auch als Salars Vater verkündete, dass es keine Ansprachen mehr geben würde, blieben viele Bensheimer, darunter Vertreter aus der Politik und von Ordnungsbehörden, um ihre Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen. ?Auf dem Nachhauseweg dürften einigen die Zeilen von El’tone durch den Kopf gegangen sein: „Ich mach die Augen zu und sehe dein Gesicht, ich mach die Augen auf – du bist tot, ich fasse es nicht. “ dr?


November 2008
Obduktion: Vorläufiges Ergebnis liegt vor

Salar starb an an den Folgen des Unfalls

Bensheim. Salar Saremi starb an den Folgen des Verkehrsunfalls. So lautet nach Angaben der Polizei das vorläufige und mündlich überlieferte Ergebnis der Obduktion. Der 29-Jährige wurde in den frühen Morgenstunden des 28. September am Beauner Platz von einem Taxi überrollt und mehrere Meter mitgeschleift (wir haben mehrfach berichtet). Vorausgegangen war eine Schlägerei mit vier Männer, die auf den Bensheimer einschlugen. Salar kam dabei zu Fall – und wurde kurze zeit später von dem Auto überrollt. ?Ermittlungen gehen weiter?Dabei erlitt er durch scharfkantige Fahrzeugteile Schnittverletzungen am Oberkörper. Lebenswichtige Organe wurden gequetscht. Am vergangenen Samstag verlor er den wochenlangen Kampf um sein Leben auf der Intensivstation des Klinikums Mannheim. ?Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun auch gegen den Taxifahrer wegen eines Verkehrsunfalls mit tödlichen Ausgang. Außerdem laufen die Ermittlungen gegen die vier Tatverdächtigen der Schlägerei. „Es bedarf noch weiterer Vernehmungen, inwieweit die Schlägerei oder das Unfallgeschehen die Ursache für den tragischen Ausgang waren“, so ein Polizeisprecher. Salar wurde gestern auf dem Waldfriedhof beerdigt (siehe Bild auf dieser Seite). dr?


Grüne Liste: Aktion zur Konflikt- und Gewaltprävention

Der Gewalt entgegentreten

Bensheim. Wie der Gewaltbereitschaft und Gewaltverherrlichung in unserer Gesellschaft entgegengesteuert werden kann, war das Diskussionsthema der öffentlichen Fraktionssitzung der Grünen Liste Bensheim. ?Erschreckende Ereignisse?Anlass waren die gewaltsamen, erschreckenden Ereignisse am Beauner Platz, die zum Tod von Salar Saremi geführt haben. Die Betroffenheit der Diskussionsteilnehmer führte zu dem festen Vorsatz, sich einzumischen und der zunehmenden Gewaltbereitschaft von jungen Leuten ein ziviles Engagement auf verschiedenen Ebenen entgegen zu setzen. ?Wie verbale Gewalt, die in einer bestimmten Musikszene propagiert wird, auch zu tätiger Umsetzung führt, wurde beispielhaft verdeutlicht. Einen besonderen Weg stellte Harry Hegenbarth vor. Die verschiedensten jungen Musik, Raper und Rocker, sollen für ein Medien- und Musikprojekt gewonnen werden, das Zeichen für Courage und Respekt setzen soll. ?Eine einfache Lösung für das Gewaltproblem in unserer Gesellschaft könne es nicht geben, dazu sei das Problem zu vielschichtig. ?So sollte eine Evaluierung der bestehenden Präventionsprojekte erfolgen und bei Bedarf eine Erweiterung der Angebote vorgenommen werden. ?Weiter werde sich kommende Woche im Rathaus eine große Runde aller fachkompetenten Personen treffen, um die Problematik zu beraten, teile Stadtrat Matthias Schimpf (Grüne) der Versammlung mit. ?„Die Grüne Liste Bensheim wird eine Veranstaltung mit einschlägigen Experten zu Konflikt- und Gewaltprävention vorbereiten und hierdurch einen ersten Beitrag leisten“, erklärte Fraktionsvorsitzende Hille Krämer abschließend in der Presseerklärung.


30. Oktober 2008
Gedenken: Morgen Trauerfeier auf dem Waldfriedhof

Am Samstag eine Minute für Salar

Bensheim. Salar Saremi, der am 28. September einen Streit in einer Bensheimer Diskothek schlichten wollte, wurde danach zusammengeschlagen und später von einem Taxi am Beauner Platz überrollt. ?Wie berichtet, starb Salar Saremi am Samstag an den Folgen der Verletzungen. Am Freitag, 11 Uhr, wird er auf dem Waldfriedhof in Bensheim zu Grabe getragen. ?Das teilte Salars Vater Fabian Saremi mit. Anschließend an die Beerdigung wird es ein Gedenken im Saal des Kolpinghauses geben. ?Blumen am Beauner Platz?Für Samstag, 1. November, 16 Uhr, ist eine öffentliche Schweigeminute für Salar Saremi geplant. Sie findet an der Stelle am Beauner Platz statt, wo schon die ganze Woche Blumen abgelegt und Kerzen entzündet werden. Seit Tagen treffen sich hier Freunde und Bekannte von Salar. ?Ein Zeichen setzen?Bei aller Trauer über den sinnlosen Tod seines Sohnes empfindet der gebürtige Perser Fabian Saremi aber auch so etwas wie Genugtuung über die Reaktion der Bevölkerung. „Bensheim ist keine Stadt, in der ein ausländerfeindliches Klima eine Chance hat“, erklärte er. ?Mit der Schweigeminute soll ein weiteres Zeichen gesetzt werden. Die Polizei wird für diese Zeit die Bahnhofstraße für den Verkehr sperren. bj?


29. Oktober 2008
Innenstadt-Schlägerei: Staatsanwaltschaft gibt Ermittlungsstand bekannt

Obduktion soll klären,woran Salar gestorben ist

Bensheim. Woran starb der 29 Jahre alte Salar? Waren es die Folgen der Schlägerei? Oder doch die Verletzungen, die sich der Bensheimer zugezogen hat, nachdem ihn ein Auto überrollt und mehrere Meter mitgeschleift hatte??Von der Antwort auf diese Frage erhoffen sich die Ermittler weitere Erkenntnisse. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat eine Obduktion beantragt. Was genau in der Nacht des 28. September geschah, ist immer noch nicht völlig aufgeklärt. Allerdings haben Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft gestern einen aktuellen Ermittlungsstand bekanntgegeben. ?Aus der Disko geworfen?Demnach kam es gegen 4. 30 Uhr in der Disko am Beauner Platz zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung. Beteiligt waren zwei 31 und 41 Jahre alte Brüder und ein weiterer Gast. Salar ging dazwischen und wollte schlichten. Kurz darauf wurde er zusammen mit seinem Freund sowie den Brüdern und deren Begleitung (der 18 Jahre alte Sohn des 41-Jährigen sowie ein Stiefbruder) vom Betreiber aus der Disko geworfen. ?Im Bereich Bahnhofstraße/Promenadenstraße entfachte der Streit erneut – zuerst verbal, anschließend flogen die Fäuste. Salar ging zu Boden, sein Freund holte sofort Hilfe und entfernte sich vom Tatort. ?„Zeitgleich zu diesem Ereignis“ (so die Polizei) hielt in Höhe des Grünstreifens am Beauner Platz ein Taxi, um zwei Fahrgäste aussteigen zu lassen. Als das Taxi die Fahrt fortsetzte, wurde Salar überrollt. Er lag zu diesem Zeitpunkt auf der Fahrbahn. Das Gerücht, der Fahrer habe Alkohol im Blut gehabt, wird von der Polizei energisch dementiert. „Er war absolut nüchtern“, so ein Polizeisprecher. Gegen den Mann wird zurzeit nicht ermittelt. Ob ein Verfahren eingeleitet werden muss, hängt auch vom Ergebnis der Obduktion ab. ?Unmittelbar nach dieser Tragödie nahm die Polizei ein amtsbekanntes Trio fest. Gegen sie, so die Staatsanwaltschaft, erhärtete sich der Tatverdacht nicht. Sie wurden wieder freigelassen. ?„Nach umfangreichen Ermittlungen richtet sich der aktuelle Tatverdacht gegen die bereits in der Disko anwesenden vier Männer“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Gegen sie wird zurzeit noch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Das Quartett befindet sich auf freiem Fuß. Ein Haftbefehl gegen den 31-Jährigen wurde außer Vollzug gesetzt, nachdem Kaution in Höhe von 5000 Euro gestellt wurde. ?Sie haben bereits gestanden, nacheinander auf Salar eingeschlagen und eingetreten zu haben. Offenbar war der Fahndungsdruck so groß, dass sie sich bei der Polizei meldeten. ?Politische Diskussion?Der 29-jährige Bensheimer starb vier Wochen nach der Schlägerei am Samstag im Klinikum Mannheim. An der Stelle, wo es zur Auseinandersetzung kam, liegen Blumen, haben Freunde und Verwandte Kerzen aufgestellt und Bilder aufgehängt. ?Auch auf politischer Ebene scheint momentan eine Diskussion zum Thema Gewalt aufzukommen. „Wir müssen jetzt handeln und gemeinsam ein Zeichen setzen“, sagte Wolfgang Johannsen, Vorsitzender der Bensheimer SPD. ?Diese grausame Tat sei ein lauter Ruf, die zunehmende Gewalt grundsätzlich anzugehen. Dies könne nur geschehen, wenn die Bereitschaft wächst, der Gewalt nicht ausschließlich mit polizeilichen Gegenmaßnahmen zu begegnen, sondern wirksame Maßnahmen zur Prävention zu ergreifen. ?Auch die Grüne Liste Bensheim hatte gestern zu einer öffentlichen Fraktionssitzung eingeladen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollte. ?dr?


28. Oktober 2008
Innenstadt-Schlägerei: Polizei und Staatsanwaltschaft konnten gestern keine Auskunft erteilen / Trauer in Bensheim

Was geschah genau am Morgen des 28. September?

Bensheim. Es waren erschütternde Szenen, die sich gestern am Beauner Platz in Gedenken an den verstorbenen Salar in der Innenstadt abspielten: Trauernde Menschen lagen sich in den Armen, weinten, klagten an, konnten ihren Schmerz kaum in Worte fassen. ?In der Nähe der Stelle, wo der junge Bensheimer vor vier Wochen zunächst zusammengeschlagen und danach von einem Auto überrollt und mitgeschleift wurde, brennen viele Kerzen, liegen Blumen und Gebinde, erinnern Karten und Bilder an den 29-Jährigen, der am Samstag im Klinikum Mannheim an seinen schweren Verletzungen starb (wir haben berichtet). ?Doch was führte zu seinem Tod? Was geschah wirklich in den frühen Morgenstunden des 28. September? Ein aktueller Stand der Ermittlungen war auch gestern nicht abschließend in Erfahrung zu bringen. ?Ein angekündigter Lagebericht des zuständigen Heppenheimer Kommissariats konnte von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Südhessen in Darmstadt nicht öffentlich gemacht werden. ?Schläge und Tritte?Es müsse mit der Staatsanwaltschaft abgeklärt werden, wer nun auskunftsberechtigt ist, so die Auskunft eines Polizeisprechers. Das war bis zum Feierabend der Beamten aber offenbar nicht möglich. ?Fakt ist, dass Salar nach dem Besuch der Diskothek am Beauner Platz an der Ecke Bahnhofstraße/Promenadenstraße zusammengeschlagen wurde. Nachdem er Schläge und Tritte einstecken musste, ging er zu Boden und wurde dort von einem Auto überfahren und mitgeschleift – in der verkehrsberuhigten Zone. Was auf den Fahrer jetzt zukommen wird, steht ebenfalls nicht fest. ?Drei junge Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren konnten ermittelt und festgenommen werden. Zwei Augenzeugen wollen sie unabhängig voneinander als diejenigen identifiziert haben, die auf Salar eingedroschen haben. ?Das Trio stritt jede Beteiligung an der Tat ab und kam auf freien Fuß, weil sich plötzlich drei andere Männer, einer davon Mitte 30, bei der Polizei meldeten und ein Geständnis ablegten. ?Sie gaben zu, nacheinander auf Salar eingeschlagen zu haben, allerdings sei dieser dann im Gebüsch liegen geblieben – und nicht auf der Straße. Die Männer befinden sich nicht in Gewahrsam. Die Polizei ist nun nach wie vor am Ermitteln, wohl auch noch gegen das zunächst festgenommene Trio, das amtsbekannt sein und schon öfter vor Gericht gestanden haben soll. ?Für die Verwandten von Salar, der in Bensheim bekannt war und einen großen Freundeskreis hatte, ist dies alles nur ein schwacher Trost – wenn überhaupt. ?Heute soll geklärt werden, wer in diesem Fall künftig öffentlich Auskunft erteilt. Man darf also gespannt sein, in welchem Stadium sich die Ermittlungen vier Wochen nach der Tat befinden. ?Übrigens: Ein Kamerateam des Hessischen Rundfunks ging gestern ebenfalls der Angelegenheit nach und sprach mit Bensheimern, die an der Gedenkstelle für Salar vorbeikamen. ?dr?


27. Oktober 2008
Innenstadt-Schlägerei: Mehrere Notoperationen können 29-Jährigen nicht retten

Opfer stirbt an Verletzungen

Bensheim. Freunde und Verwandte legen Blumen nieder, vereint in Trauer und stillem Gedenken: Der 29 Jahre alte Salar ist tot. Er hat Zivilcourage gezeigt, hat sich eingemischt – und musste nun mit dem Leben dafür zahlen. Auf der Intensivstation des Klinikums in Mannheim erlag der Bensheimer am Samstag seinen schweren Verletzungen. ?Es geschah am 28. September, sonntags in den frühen Morgenstunden: An der Ecke Promenadenstraße/Bahnhofstraße, dort wo täglich tausende Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkauf vorbeikommen, wird Salar brutal zusammengeschlagen. Drei junge Männer sollen es gewesen sein. ?Von Auto überrollt?Sie sind zuvor aus einer nahen Diskothek herausgeflogen, weil sie Streit mit einem Pärchen angefangen haben sollen. Der 29-Jährige steht dem Paar zur Seite – eine folgenschwere Entscheidung. Als er die Disko verlässt, wartet das Trio auf ihn. Es hagelt Faustschläge und Tritte. Der junge Mann geht zu Boden, bleibt liegen und steht nicht mehr auf. ?Die mutmaßlichen Täter geben bei der Polizei zu Protokoll, dass er im Gebüsch gelegen haben soll. Tatsache ist aber, dass das Opfer nach der Schlägerei von einem Auto überrollt und mehrere Meter mitgeschleift wurde. Nach Angaben der Polizei hatte der Fahrer mit der Auseinandersetzung nichts zu tun. ?Der Bensheimer überlebt zunächst wie durch ein Wunder, zieht sich aber schwere Verletzungen im Kopf- und Oberkörperbereich zu. Er kommt auf die Intensivstation, es folgen mehrere Notoperationen. Doch die Ärzte können Salar nicht mehr retten. Vier Wochen kämpfte er um sein Leben, am Samstag verlor er diesen Kampf. ?Im verkehrsberuhigten Bereich, an der Säule der Uhr kurz vor dem Neumarkt-Center, kommen Freunde, Verwandte und Bekannte zusammen. Sie haben Blumen und Kerzen dabei. Ein Bild von Salar hängt an der Säule, darunter steht handschriftlich auf einem Stück Papier: „Für den jungen Mann, der aus Nächstenliebe sein Leben lassen musste!“?Passanten kommen an der Stelle vorbei, einige bleiben stehen, schütteln fassungslos den Kopf. „Es ist unfassbar traurig, diese Tragödie kann man kaum in Worte fassen“, meint eine junge Frau. „Wie kann sowas nur passieren?“, fragt sich ein Mann, der im Vorbeilaufen einen raschen Blick auf die Kerzen am Boden wirft. ?Die Frage nach den Hintergründen beschäftigt die Ermittler der Polizei nun seit fast einem Monat: Nach einem Großeinsatz in der Tatnacht werden drei junge Männer im Alter zwischen 18 und 20 Jahren festgenommen. Gegen zwei Personen erlässt Richter Michael Ebert Haftbefehl. ?Trio streitet Beteiligung ab?Das Trio streitet allerdings jede Beteiligung ab. Sie wollen noch nicht einmal in der Nähe der Diskothek am Beauner Platz gewesen sein. Augenzeugen wollen aber gesehen haben, wie sie auf das Opfer eingeprügelt haben. ?Wenige Tage später nimmt der Fall eine überraschende Wendung: Die Haftbefehle werden aufgehoben. Denn drei andere Männer stellen sich freiwillig der Polizei und legen Geständnisse ab. Allerdings, so die Angabe des Trios, will man nicht gemeinsam auf den 29-Jährigen eingeprügelt haben. Als man den Tatort verlassen habe, habe der Bensheimer im Gebüsch und nicht auf der Straße gelegen, so die Verdächtigen. Alle drei befinden sich auf freiem Fuß. ?Ein aktueller Stand der Ermittlungen war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. ?dr?


29. September 2008
Innenstadt: Polizei nimmt nach Großeinsatz drei Tatverdächtige fest / Oper hat schwere Verletzungen

Mann nach Schlägerei von Auto überrollt

Bensheim. Es müssen schreckliche Szenen gewesen sein, die sich gestern in den frühen Morgenstunden in der Innenstadt abgespielt haben: Ein 29 Jahre alter Bensheimer wurde von einem Auto überrollt, nachdem ihn drei junge Männer zusammengeschlagen hatten. ?Der Mann überlebte wie durch ein Wunder, er trug allerdings schwere Verletzungen am Kopf und am Oberkörper davon. Rettungskräfte brachten ihn ins Heilig-Geist-Hospital. Das Trio, zwischen 18 und 20 Jahre alt, und nach Angaben der Polizei aus dem Kreis Bergstraße stammend, flüchtete vom Tatort. ?Mit einem Großaufgebot fahndete die Polizei nach den mutmaßlichen Tätern und konnte sie kurze Zeit später festnehmen. Sie befinden sich momentan in Gewahrsam und werden zur den Vorkommnissen verhört. Ausgangspunkt für die spätere Schlägerei an der Ecke Bahnhofstraße/Promenadenstraße war nach ersten Ermittlungen offenbar eine Auseinandersetzung in der Diskothek am Beauner Platz. Das Opfer geriet dort vermutlich mit vier Männern aneinander. Das Quartett wurde aus der Disko geworfen. ?Als der Bensheimer gegen 5. 35 Uhr den Heimweg antreten wollte, warteten die drei Verdächtigen auf ihn. Sie schlugen – so die Polizei – auf ihn ein. Der Mann fiel hin und blieb auf der Straße liegen. ?Danach nahm das Drama seinen Lauf: Ein unbeteiligter Autofahrer überrollte beim Rückwärtsfahren den am Boden Liegenden. Der Wagen schleifte den 29-Jährigen mehrere Meter mit. Dabei zog er sich die schweren Verletzungen zu. „Der Autofahrer hatte mit der Sache nichts zu tun. Wie es genau dazu kam, dass er den Mann überrollt hat, wird zurzeit ermittelt“, teilte ein Polizeisprecher gestern auf Anfrage mit. ?Das Unglück soll sich im Bereich der Taxi-Plätze an der Bahnhofstraße gegen des Neumarkt-Centers zugetragen haben. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Beamten bitten Zeugen, sich bei ihnen zu melden. ?Nähere Erkenntnisse zum Tathergang und den Hintergründen der Schlägerei gab es gestern noch nicht. Die Polizei muss zunächst die Aussagen aller Beteiligten auswerten und hofft auf weitere Zeugen, die sich zu dieser frühen Uhrzeit in der Innenstadt aufgehalten haben. ?dr?
Die Kriminalpolizei in Heppenheim ist unter Telefon 06252/7060 zu erreichen


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